BAD WILDUNGEN (szl). Schülerinnen und Schüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums (Theater-AG) und der Bad Wildunger Musikschule (Projektchor) haben - unterstützt durch Lehrerinnen und Lehrer - im Kurhaus am Freitag, Samstag und Sonntag die Kinderoper "Brundibár" aufgeführt.

Am Gymnasium haben die Darsteller ein halbes Jahr ihre Rollen geprobt und das Orchester und die Sängerinnen und Sänger des Chores haben ein ganzes Jahr lang intensiv für die Aufführung geübt. Die Zuschauer des Stückes waren sich dann auch - das zeigte der begeisterte Beifall - einig darin, dass sich die Arbeit wahrlich gelohnt hat. Bedrückend und eindrucksvoll wurde die grausame Situation im Konzentrationslager Theresienstadt dramatisch aufgezeigt. Die aufrührend auf der Kurhausbühne dramatisierte Dokumentation aus einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte hat betroffen gemacht. Das Werk - viel mehr als eine "Kinderoper" - wurde 1938 von dem jüdischen Komponisten Hans Krása geschrieben (Text von Adolf Hoffmeister) und heimlich in einem Waisenhaus aufgeführt.

Bedrückende und berührende Aufführung der KZ-Kinderoper "Brundibár" durch GSG und Projektchor

Als der Komponist 1942 in Theresienstadt viele der Waisenkinder wiedergetroffen hat, schrieb er die verloren gegangene Partitur neu und führte das Werk 53-mal im KZ auf. Die Lagerverwaltung nutzte das Stück, den Komponisten und die Kinder zu Propagandazwecken und als "Beweis" für die "guten Lebensbedingungen" im Vorzeigelager - fast alle Lagerkinder und auch der Komponist haben das KZ nicht überlebt:

Titelfigur - "Brundibár" (Rudolf Heidenreich/Peter Schickram) ist ein Leierkastenmann auf einem Markt, dem seine Musik viele Münzen einbringt. Das sehen die Geschwister Aninka und Pepicek, die kein Geld haben, um für ihre kranke Mutter Milch zu kaufen. Also versuchen sie es "Brundibár" nachzutun, zu singen und zu tanzen; sie werden aber vom Leierkastenmann als lästige Konkurrenz vertrieben. Ein Hund, eine Katze, ein Spatz und viele Kinder singen schließlich gemeinsam mit den Schwestern, die so zum Geld für die Milch für ihre Mutter kommen. Die Botschaft am heiteren Schluss der kleinen Oper im Lied von Freundschaft und Gerechtigkeit: "Ihr müsst auf eure Freundschaft bau'n, den Weg gemeinsam geh'n, auf eure Kraft vertrau'n und zueinander steh'n".

Das gesamte Aufführungsteam auf der Bühne, im Orchestergraben und im Chor hat es in einer hochmotivierten und engagierten gemeinsamen Anstrengung verstanden, sein Publikum emotional zu bewegen, deutlich zu machen, dass es ohne Erinnerung keine Versöhnung gibt. Heidi Lorenz, die die Gesamtleitung der Aufführung und der Einstudierung übernommen hatte: "Als ich vor fast zwei Jahren mit der Arbeit an "Brundibár" begann, ahnte ich nicht, was mich erwartete; wie viel an guten Gesprächen, an neuen Erkenntnissen und Erfahrungen ich machen würde. Heute bin ich für alles nur dankbar. Es ist aber nur zu dem geworden durch die vielen, die sich haben anstecken lassen und mitgetan haben. Danke an alle!"

Ein Zeitzeuge

Jacke des Vaters

Kurt Buda ist mit 80 Jahren der älteste Mitwirkende der "Brundibár"-Aufführung (im Projektchor) und schreibt im Programm: "Ich bin Zeitzeuge, denn ich wohnte in Leitmeritz, einer Nachbarstadt von Theresienstadt. Viele Erinnerungen werden wieder wach. So habe ich beim Spiel die Jacke meines Vaters an, die er trug, als wir beide von den Tschechen nach der "Befreiung" gezwungen wurden, die Zimmer und Baracken im Lager aufzuräumen. Meine Mutter musste keine Zwangsarbeit leisten, denn sie hat wegen ihres außerordentlichen Verhaltens den Tschechen gegenüber den sogenannten Antifaschisten-Schein bekommen; ein Dokument, das noch heute im Original vorhanden ist."

Quelle: WLZ vom 3. März 2008


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