Die Oper Brundibär in einem Gastspiel der Musikschule und des Stresemann-Gymnasiums Bad Wildungen

Von Johannes Mundry

KASSEL/BAD WILDUNGEN. Welche Oper kann es an Vielschichtigkeit mit "Brundibär" aufnehmen, dem Werk des nach Theresienstadt deportierten, dann in Auschwitz ermordeten jüdischen Komponisten Hans Kräsa? 1941 heimlich uraufgeführt, wurde das Stück für Kinder dann im "Vorzeige-KZ" Theresienstadt von den Nazis als Beweis für ihre "Humanität" missbraucht. Von den Inhaftierten wurde es aber auch als ein Zeichen der Hoffnung gesehen.

Mehr als 50-mal wurde es aufgeführt, obwohl die Handlung es an Deutlichkeit nicht fehlen lässt: Die beiden Kinder Annika und Pepicek (Annel All-meroth Derlin und Andrea Sieberg) wollen auf der Straße singen, um ihrer kranken Mutter die Milch zu verdienen, die sie braucht.

Aber der böse Leierkastenmann Brundibär (Rudolf Heidenreich) zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich. Erst als Tiere helfen und immer mehr Kinder mitsingen, wird der Böse vertrieben. Moral (und täuschende Illusion): Wenn alle zusammenhalten, hat das Böse keine Chance.

überwiegend erwachsene Kräfte der Musikschule Bad Wildungen führten die kurze, aber durchaus schwierige Oper auf und schafften es, am Sonntagabend die große Bühne des Schauspielhauses zu bespielen wie die Profis.

Für Kinder und zunehmend auch für Erwachsene von heute bedarf es einer geeigneten Vermittlungsarbeit, um das eigentlich harmlose, märchenähnliche Stück in den geschichtlichen Kontext zu stellen. Dies geschah durch ein vorgeschaltetes Projekt der Theater-AG des Gustav-Strese-mann-Gymnasiums Bad Wildungen. Jana (Tatjana Schrör und Ruth Härlin), eine überlebende des KZs, wird Zeugin, wie im Gespräch mit ihren Kindern (Sarah-Joy Klingner und Steffen Reis) ihre Geschichte von damals auf der Bühne wieder ersteht: Das Familienfest, als noch alles gut war, die Deportation, das Ghetto und die Vorbereitungen zur Aufführung der Oper münden in das musikalische Spiel.

Heidi Lorenz hatte die Gesamtleitung des Projekts, an dem sie über zwei Jahre mit den 80 Beteiligten auf der Bühne und im Orchester sowie den vielen im Hintergrund gearbeitet hat. Der Aufwand hat sich gelohnt: Die zwei Stunden boten dichte und nachdenkliche Spannung.

Schüler anderer Schulen waren allerdings kaum im Publikum. Mit Wiederholungen zu günstigeren Zeiten ließe sich das nachholen - wenn den Wildunger Schülern der Druck des Lehrplans weitere Aufführungen erlaubt.

Quelle: HNA vom 13. März 2008


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