Waldeckische Landeszeitung - 24.03.2018

Von Matthias Schuldt

Bad Wildungen. Wo leistet die Musikschule in Zukunft ihren hoch geschätzten, entscheidenden Beitrag zum Kulturleben der Stadt? Diese Frage bereitet dem Planungsausschuß ganz schön Kopfzerbrechen. Die Sanierung des derzeitigen Domizils plus Anbau würde laut geltender Schätzung 1,5 Millionen Euro kosten. Experten der WI-Bank Heßen gehen nach ihrem jüngsten Besuch von einer noch höheren Summe aus, berichtete Stadtplaner Robert Hilligus im Ausschuß. Die Bank spricht ein gewichtiges Wort mit beim Bewilligen von Landeshilfen für solche Projekte. Für Abriß und Neubau ist das Grundstück zu eng.

Nur 1,16 Millionen Euro würde ein Neubau auf einer städtischen Parzelle an der Ranzenstraße kosten. Problem: Das Areal liegt knapp außerhalb der Zone "Aktive Kernbereiche". Deshalb würde die Landesregierung nach derzeitigem Stand keine Zuschüsse bewilligen, denn diese sind für solche Bereiche reserviert. Zwischen 70 und 90 Prozent der Kosten könnte die Stadt sich sonst zurückholen, je nachdem, welches Programm greift. Aber: Die Experten der WI-Bank haben zugesagt, einen Termin mit dem zuständigen Ministerium zu vereinbaren, denn sie halten die Argumente der Stadt für stichhaltig. Gibt es eine Ausnahme für die Ranzenstraße? Falls nicht, bedenken Mitglieder des Planungsausschußes mehrere Varianten. Die Stadt möge das alte Moldenhauer-Haus in der Allee kaufen, den vorderen Bereich an einen gewerblichen Pächter vergeben und die Musikschule im rückwärtigen Teil unterbringen, schlug Georg Wackerbarth (CDU) vor.

Vorteil: Das Gebäude liegt in den "Aktiven Kernbereichen" und so der Zuschuß in Reichweite. Nachteil: Die meisten Verantwortlichen wollen die Musikschule für die Altstadt als Frequenzbringer erhalten. Die SPD würde die Schule laut Ausschußvorsitzendem Wolfgang Nawrotzki gerne in der Unteren Brunnenstraße platzieren, um diese zu beleben. Bauamtsleiter Klaus Weidner warnte aber, daß Sanierung und Umbau eines Altbaus dort ebensolche Kostenrisiken mit sich brächten wie in der Poststraße. Regina Preysing (Linke) brachte das Haus Oestreich wieder ins Spiel, weil es zu den "Aktiven Kernbereichen" zählt.

Der Ausschuß verständigte sich darauf, die Beratungen mit den WI-Bank-Experten und Vertretern der Stadt im Ministerium abzuwarten. Danach wollen die Abgeordneten erneut über das Thema verhandeln.


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